Dr. med. Jochen Steen
Dr. med. Volker Kunze
Dr. med. Thomas Sibelis
Dr. med. Sylvia Sliwka-Schröder
Dr. med. Klaus Bootsveld
Dr. med. Saskia Wilke
Holger Heyer (Dr. bulg.)
Dr. med. Sabine Schierding
Dr. med. Rainer Niemann
Dr. med. Kai HofmannDie Computertomographie ist ein Röntgenverfahren, mit dem überlagerungsfreie Schichtbilder aus allen Körperregionen gewonnen werden können. In der kurzen offenen Röhre wird der Patient während der Untersuchung durch diese Röhre gefahren, dabei rotiert eine Röntgenröhre um den Körper und sendet fächerartig Röntgenstrahlen, die auf der gegenüberliegenden Seite von einem Detektoren gemessen werden. Aus diesen Daten kann ein Hochleistungsrechner Bilder berechnen, die wie Körperscheiben aussehen.
Seit Einführung dieser Technik in den 70er Jahren hat sich die Technik rasant entwickelt. Brauchte man in den Anfängen noch für eine einzelne Schicht 5 min., so können die modernen Scanner (sogenannte Multi-Slice-CT) mehrere dünne (teilweise im Submillimeterbereich) Schichten parallel untersuchen und in wenigen Sekunden ganze Körperregionen darstellen. Mit Hilfe von leistungsfähigen Rechnern können aus den primär gewonnenen scheibchenartigen Bildern 2D ? und auch 3D-Bilder in allen Raumebenen rekonstruiert werden.
Prinzipiell können wir jede Körperregion darstellen. Bei der Untersuchung der Lunge und der knöchernen Strukturen, insbesondere bei der Darstellung der Nasennebenhöhlen und der Frakturdiagnostik (Knochenbruch) ist die CT das Verfahren der 1. Wahl. Auch zur Darstellung der Bauchorgane, von Blutgefäßen und der Bandscheiben ist die Methode sehr gut geeignet, konkurriert hier mit der Magnetresonanztomographie (MRT)/Kernspintomographie, ein Verfahren, dass ohne Röntgenstrahlen auskommt. Je nach Fragestellung muss entschieden werden, welches Verfahren das geeignete ist.
Die Computertomographie ist ein sehr schnelles und effizientes Untersuchungsverfahren. Es ist besonders gut geeignet, um mehrere Körperregionen auf einmal in kurzer Zeit darzustellen, z.B. zur Ausbreitungsdiagnostik bei Tumoren. Auch für Patienten, die aufgrund von Schmerzen nur eingeschränkt still liegen können, ist dieses Verfahren für viele Fragestellungen die erste Wahl. Platzangst kommt in der sehr kurzen Röhre so gut wie nicht vor.
Ein weiterer Vorteil ist die Planung und Durchführung von Schmerztherapien, da mit Hilfe der Computertomographie millimetergenau Nadeln zur Injektion von Medikamenten z.B. bei einem Bandscheibenvorfall gesetzt werden können. Siehe hierzu auch die Information ?Schmerztherapie?.
Die Computertomographie ist ein Röntgenverfahren, dementsprechend kommt es bei jeder Untersuchung zu einer geringen Strahlenbelastung. Die Strahlenbelastung ist bei den modernen Geräten geringer als bei den Geräten der früheren Generationen. Dennoch muss ? insbesondere bei jungen Frauen - im Einzelfall geprüft werden, ob es eine Alternativmethode ohne Strahlenbelastung gibt, die die gleiche Aussagekraft hat.
Je nach Fragestellung wird der Untersuchungsablauf individuell durch einen Arzt festgelegt. Für viele Fragestellungen ist eine Kontrastmittelgabe erforderlich, um Organe, Blutgefäße und andere Strukturen abzugrenzen. Hierzu wird meistens in die Ellenbeuge ein dünner Plastikschlauch (Venenverweilkanüle) gelegt, das Kontrastmittel wird über eine Pumpe injiziert. Während der Injektion kommt es zu einem Wärmegefühl, auch ein metallischer Geschmack im Mund ist normal. Sehr selten kommt es zu allergischen Reaktionen auf das Kontrastmittel, extrem selten auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie allergischer Schock. Bitte beachten Sie hierzu auch unseren Fragebogen, den Sie vor jeder Untersuchung ausfüllen und unterschreiben müssen.
Zunächst wird ein Übersichtsbild angefertigt. Dies entspricht einer Röntgenaufnahme von vorne oder von der Seite mit einer geringen Strahlenexposition. Anhand dieser Aufnahme kann die Röntgenassistentin (Röntgenassistent) die Untersuchung exakt planen und den zu untersuchenden Bereich einzeichnen. Nach einer kurzen Pause (Programmierung des Gerätes) erfolgt dann die eigentliche Untersuchung. Hierzu fährt der Untersuchungstisch kontinuierlich durch die kurze Röhre.
Die Untersuchung dauert in der Regel 10 ? 15 min., anschließend werden dann die Bilder berechnet und am Bildschirm vom Arzt ausgewertet. Der Befund wird Ihnen mitgeteilt.
• Q-CT (Knochendichtemessung mit CT/Osteoporosediagnostik)
• Dental-CT
• CT-assistierte Schmerztherapie
• CT-Angiographie




Bei der nuklearmedizinischen Diagnostik handelt es sich weniger um die Darstellung anatomischer Strukturen (dies gelingt besser mit den bildgebenden Verfahren wie Computertomographie, Kernspintomographie, Ultraschall oder auch konventionelles Röntgen) als vielmehr um die Darstellung von Stoffwechselprozessen einzelner Organe. Insofern gilt das nuklearmedizinische Diagnostikverfahren als ?Funktionsdiagnostik“. Die funktionellen Prozesse innerhalb eines Organs sowie die stoffwechselbedingten Veränderungen werden bildlich dargestellt.
Dabei können sowohl eine gesunde als auch eine krankhafte Organfunktion sichtbar gemacht werden.
Da sich Funktionsstörungen häufig schon eher feststellen lassen als morphologische (das Aussehen betreffende) Veränderungen, ist mit Hilfe der nuklearmedizinischen Untersuchung in vielen Fällen eine Erkrankung frühzeitiger zu diagnostizieren als mit einer Röntgenuntersuchung.
In der Regel werden dabei geringe Mengen radioaktiv markierter Stoffe dem Patienten verabreicht und die Verteilung dieser Stoffe innerhalb des Organismus mit Hilfe der Szintigraphie sichtbar gemacht.
Diese radioaktiv markierten Stoffe (Radionuklide) reichern sich je nach Beschaffenheit in unterschiedlichen Organen an (z. B. in der Niere, in den Knochen, in der Schilddrüse, im Herzen, der Leber, dem Hirn) und können aufgrund ihrer ausgesandten Gamma-Strahlen mit Hilfe der sogenannten Gamma-Kamera und ihrem Szintillationsdetektor sichtbar gemacht werden. Der Szintillationsdetektor enthält einen Szintillationskristall, der beim Auftreffen der Gammaquanten Lichtblitze erzeugt. ?Szinti“ stammt aus dem lateinischen und bedeutet ?blitzen, funkeln“. Die Lichtblitze aus dem Szintillationskristall, die durch Gammaquanten hervorgerufen werden, können in ein elektrisches Signal umgewandelt werden und abhängig von ihrer Häufigkeit in unterschiedlichen Schwärzungsgraden als Bildpunkte dargestellt werden.
Bei modernen Messsystemen werden dabei farbkodierte und digitale Bilder angefertigt.
Je nach Fragestellung können sehr rasch ablaufende Prozesse (z. B. Durchblutung) oder auch langsam ablaufende Prozesse (Knochenstoffwechsel) zur Darstellung kommen. Die Bildgebung der untersuchten Organe kann sowohl flächig (planar) als auch mittels moderner, computerberechneter Schnittbildverfahren (SPECT) erfolgen.
Je nach Untersuchungsverfahren und untersuchten Organen werden unterschiedliche radioaktiv markierte Substanzen injiziert, welche sich dann ganz gezielt in dem zu untersuchenden Gewebe anreichern.
Auch zur Therapie bestimmter Erkrankungen können nuklearmedizinische Verfahren angewandt werden. Dies gilt z. B. bei der Schmerztherapie von Knochenmetastasen oder auch bei der Therapie entzündlicher Gelenkerkrankungen wie Rheuma oder auch schmerzhafter Arthrose.
Dabei verwendet man stärker radioaktive Substanzen mit sehr kurzer Reichweite (Beta-Strahler), so dass eine Anreicherung dieser radioaktiven Stoffe mit entsprechender Energiefreisetzung ganz gezielt und fast ausschließlich im krankhaften Gewebe stattfindet. Dabei bleibt die Strahlenwirkung auf das umgebende gesunde Gewebe äußerst gering.
Die Szintigraphie ist – wie auch eine Röntgenuntersuchung – mit einer geringen Strahlenbelastung verbunden (unterschiedlich je nach Untersuchungsverfahren).
Es werden dabei Radionuklide verwendet, die eine kurze physikalische Halbwertszeit sowie eine Gamma-Strahlung mit niedriger Energie besitzen, um die Strahlenbelastung möglichst niedrig zu halten. Zudem verwendet man Trägersubstanzen, die rasch aus dem Körper ausgeschieden werden.
Die Grenzwerte der strengen Strahlenschutz-Gesetzgebung in Deutschland werden in der nuklearmedizinischen Diagnostik grundsätzlich unterschritten.
Die Schilddrüse stellt ein relativ kleines Organ dar, welches oberhalb des Brustbeins und unterhalb des Kehlkopfes gelegen ist. Sie bildet die lebenswichtigen Hormone Trijod-Thyronin (T3) und Thyroxin (T4). Diese Schilddrüsenhormone regulieren den gesamten Stoffwechsel des Körpers und sind somit für alle wichtigen Funktionen mit verantwortlich. Funktionsstörungen können sich z. B. durch eine Gewichtsabnahme, Nervosität, Schlafstörungen, vermehrtes Schwitzen, Herzrasen, jedoch auch durch Müdigkeit, Gewichtszunahme und Frieren bemerkbar machen.
Gesteuert wird die Hormonproduktion der Schilddrüse durch ein Hormon (TSH), welches in der Hirnanhangdrüse gebildet wird.
Die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse dient zur Bestimmung der Schilddrüsengröße, Darstellung evtl. Knoten und zur Abklärung evtl. Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow, subakute Thyreoiditis de Quervain). Außerdem erfolgt in der Regel eine Untersuchung der angrenzenden Halslymphknoten.
Bei der Szintigraphie wird dem Patienten eine gering radioaktive Substanz intravenös verabreicht, die von der Schilddrüse wie Jod aufgenommen und später ausgeschieden wird. Die Szintigraphie dauert ca. 5 Min. und erfolgt ca. 15 bis 20 Min. nach Durchführung der intravenösen Injektion.
Bei den Laboruntersuchungen handelt es sich um die Bestimmung der Schilddrüsenhormone freies Trijod-Thyronin (FT-3) und freies Thyroxin (FT-4). Zusätzlich wird als wichtigster Parameter der Botenstoff der Hirnanhangdrüse (TSH) bestimmt. Falls notwendig, erfolgt zusätzlich die Messung von Schilddrüsen-Antikörpern zur Abklärung eventueller Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, ggf. werden auch das Thyreoglobulin (TG) bei der Abklärung hinsichtlich bösartiger Schilddrüsentumor-Erkrankungen sowie das Calcitonin (Abklärung des C-Zell-Carcinoms bzw. des medullären Schilddrüsen-Carcinoms) gemessen.
Bei der Speicheldrüsenszintigraphie wird eine leicht radioaktive Substanz intravenös injiziert.
Im Rahmen der Untersuchung werden dann die Funktionen und der Abfluss der Kopfspeicheldrüsen dargestellt. Die Untersuchung gibt Ausschluss über die Konzentration und Ausscheidungsfähigkeit der Speicheldrüsen. Außerdem zeigt sie Entzündungen und mögliche Steinbildungen an. Insbesondere besitzt diese Untersuchung eine hohe Aussagekraft hinsichtlich einer verminderten Funktion der Speicheldrüsen, z. B. bei Sjögren-Syndrom, bei trockenem Mund oder auch bei Funktionseinbußen der Speicheldrüsen nach hochdosierter Radiojod-Therapie (Strahlentherapie).
Die Nebenschilddrüsenszintigraphie wird bei der Fragestellung nach einem Nebenschilddrüsenadenom durchgeführt. Typischerweise finden sich erhöhte Werte von Parathormon und Calcium im Blut.
Dabei wird eine schwach radioaktive Substanz intravenös injiziert. Ca. 10 Min. und ca. 2 Std. nach der Injektion erfolgen dann Aufnahmen des Halses und des Oberkörpers.
Die Nierenszintigraphie dient zum Nachweis der seitengetrennten Funktion der Nieren, zum Nachweis oder zur Verlaufskontrolle von Abflussstörungen und zum Nachweis eines Rückflusses von Harn in die Harnleiter. Zusätzlich lässt sich feststellen, ob ein Bluthochdruck durch eine Verengung der Nierengefäße verursacht wird.
Bei der Nierenfunktion wird eine schwach radioaktiv markierte Substanz intravenös injiziert und relativ zügig wieder über die Nieren ausgeschieden. Die Untersuchung wird im Liegen durchgeführt und dauert ca. 30 Min. Ggf. muss zur Unterstützung des Harnabflusses nach ca. 20 Min. ein Medikament gespritzt werden.
Bei der Abklärung eines Bluthochdrucks, der eventuell durch eine Engstellung der Nierenarterien verursacht wird, muss in der Regel vorher ein Medikament vor der Untersuchung (ACE-Hemmer) eingenommen werden.
Mit Hilfe der Myokardszintigraphie lassen sich die Durchblutungsverhältnisse des Herzmuskels darstellen.
Wenn durch ein EKG, ein Belastungs-EKG oder eine Echokardiographie der Verdacht auf eine Durchblutungsstörung, verursacht durch Verengungen der Herzkranzgefäße, vermutet wird, kann dieser Verdacht mit Hilfe der Myokardszintigraphie bestätigt oder ausgeräumt werden. In der Regel erfolgt die Untersuchung mit Hilfe einer pharmakologischen Belastung oder einer körperlichen Belastung durch ein Fahrrad-Ergometer.
Auch narbige Veränderungen durch abgelaufene Herzinfarkte lassen sich sehr gut darstellen. Falls in der Vorgeschichte eine Bypass-OP erfolgte, kann die Myokardszintigraphie Engstellen oder Verschlüsse der Bypass-Gefäße sichtbar machen.
Im Gegensatz zur Herzkatheter-Untersuchung ist bei der Myokardszintigraphie lediglich die intravenöse Injektion einer schwach radioaktiven Substanz notwendig. Die Untersuchung dauert ca. 4 Std.
Im Rahmen einer Antigranulozytenszintigraphie werden entzündliche Veränderungen im Körper dargestellt. Insbesondere bei der Frage nach entzündlichen Knochenveränderungen, entzündlichen Veränderungen von Gelenk- oder Gefäßprothesen oder auch bei Fieber unklarer Genese stellt die Entzündungsszintigraphie eine sehr gute Methode dar.
Bei dieser Untersuchung wird eine schwach radioaktive Substanz intravenös injiziert. Nach einer ca. 3- bis 4-stündigen Pause erfolgt dann die Untersuchung über ca. 1 Std. Häufig sind auch Spätaufnahmen nach ca. 24 Std. notwendig.
Mit Hilfe der Hirnszintigraphie lassen sich Durchblutungsstörungen des Gehirns überprüfen. Insbesondere bei der Fragestellung nach einem Morbus Alzheimer, einem Morbus Pick oder einer vaskulären Demenz stellt diese Untersuchung eine gute Methode dar.
Im Rahmen der Hirndurchblutungsszintigraphie wird eine schwach radioaktive Substanz intravenös injiziert. Ggf. muss ein weiteres Medikament zur Weitstellung der Hirngefäße appliziert werden. Die Untersuchung selbst dauert nach der Injektion max. 1,5 Std.
Die Hirnrezeptor-Diagnostik dient insbesondere zur Abgrenzung des Morbus Parkinsons von anderen Erkrankungen (z. B. Multi-System-Atrophie, progresssive supranukleäre Blickparese).
Nach intravenöser Injektion einer schwach radioaktiven Substanz werden Schichtaufnahmen des Gehirns akquiriert. Ca. 4 Std. nach der Injektion erfolgt dann die eigentliche Untersuchung, die ca. 45 Min. dauert.
Die Skelettszintigraphie wird durchgeführt bei der Frage nach Skelettmetastasen, primären Knochentumoren, entzündlichen Gelenkerkrankungen (z. B. Rheuma, Arthrose), unerkannten Frakturen, Ermüdungsfrakturen, jedoch auch bei der Frage nach entzündlichen Knochenerkrankungen wie Osteomyelitis oder auch zur Abklärung von Knochennekrosen. Auch der Morbus Sudeck stellt eine Indikation für die Skelettszintigraphie dar. Zusätzlich kann mit Hilfe der Skelettszintigraphie eine Lockerung von Gelenkprothesen diagnostiziert werden.
Nach intravenöser Injektion einer schwach radioaktiven Substanz wird nach ca. 2 bis 3 Std. die Untersuchung durchgeführt. Diese dauert ca. 45 - 60 Minuten. Bei besonderen Fragestellungen (z. B. bei entzündlichen Knochen- und Gelenkerkrankungen, Knochentumoren oder auch bei der Frage nach Prothesenlockerung) werden die ersten Aufnahmen schon in den ersten Minuten nach der intravenösen Injektion durchgeführt. Die sogenannten Spätaufnahmen nach ca. 2 bis 3 Std. ergänzen dann die Untersuchung.
Mit Hilfe der Octreotid-Szintigraphie lassen sich Manifestationen eines neuroendokrinen Tumors (Carcinoid) hervorragend darstellen. Dabei ?docken“ die radioaktiv markierten Zellen an bestimmten Oberflächenstrukturen der Tumorzellen (Somatostatin-Rezeptoren) an und kommen somit auf den dann erhobenen szintigraphischen Bildern zur Darstellung.
Gelegentlich ist diese Untersuchung auch bei der Frage nach C-Zell-Carcinomen der Schilddrüse (medulläres Schilddrüsen-Carcinom) oder auch bei der Diagnose eines Meningeoms sinnvoll.
Bei dieser Untersuchung wird eine schwach radioaktive Substanz in eine Vene injiziert. Nach ca. 4 Std. erfolgt dann die Untersuchung an der Gamma-Kamera, die ca. 45 Min. dauert. In der Regel muss diese Untersuchung nach 24 Std. und nach 48 Std. wiederholt werden, um eine optimale Diagnostik zu erreichen.
Falls der Verdacht auf eine fokal noduläre Hyperplasie (FNH) oder auf ein Hämangiom (Blutschwamm) innerhalb der Leber durch Ultraschall oder andersartige Verfahren gestellt wird, kann mit Hilfe spezieller nuklearmedizinischer Untersuchungsmethoden diese Fragestellung erfolgreich beantwortet werden.
Auch hier wird eine schwach radioaktive Substanz intravenös injiziert. In der Regel erfolgen schon kurz nach der Injektion die ersten Aufnahmen. Im Laufe der folgenden ca. 2 Std. folgen weitere Untersuchungen der Gamma-Kamera.
Die MIBG-Szintigraphie wird zur Diagnostik von neuroektodermalen Tumoren durchgeführt. Dazu gehören das Phäochromozytom, das Neuroblastom, das Paragangliom und das Ganglioneurom. Auch bei der Frage nach medullären Schilddrüsencarcinomen und neuroendokrinen Tumoren kommt diese Form der Untersuchung zum Einsatz.
Dabei wird eine schwach radioaktive Substanz (Methyljodobenzylguanedin-J-123) intravenös injiziert. Die Aufnahmen erfolgen in der Regel nach 4, 24 und 48 Stunden.
Da mit radioaktivem Jod (J-123) gearbeitet wird, muss vorher und einige Tage danach die Schilddrüse durch eine Schilddrüsenblockade durch die Einnahme von Tropfen ?geblockt“ werden.
Die Radiosynoviorthese dient der gezielten Therapie entzündeter Gelenke, insbesondere bei rheumatoider Arthritis, aktivierter Arthrose, reaktiver Arthritis, Gelenkentzündungen bei Schuppenflechte oder auch PVNS (pigmentierte villonoduläre Synovialitis).
Vor der Durchführung der RSO wird von einem behandelnden Arzt (z. B. Orthopäde oder Rheumatologe) die Indikation für die Durchführung einer Radiosynoviorthese gestellt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist der vorherige Nachweis einer entzündlichen Veränderung der Gelenkschleimhaut, einer Synovialitis. Häufig wird diese Synovialitis durch eine Skelettszintigraphie, eine Kernspintomographie oder eine Ultraschalluntersuchung festgestellt.
Vor Beginn der Radiosynoviorthese erfolgt die Aufklärung des Patienten im Rahmen eines Aufklärungsgesprächs.
Die Therapie wird folgendermaßen durchgeführt:
Unter Sichtkontrolle (in der Regel Durchleuchtung oder Ultraschall) wird eine radioaktive Substanz in das betreffende Gelenk injiziert. Diese radioaktive Substanz besitzt eine energiereiche Strahlung (ß-Strahlen) mit sehr kurzer Reichweite von nur wenigen Millimetern, so dass die Wirkung auf das betroffene Gelenk begrenzt ist. Allergische Reaktionen gegen diese Substanz sind nicht bekannt. In der Regel wird diese Substanz sehr gut vertragen.
Nach Durchführung der Punktion sollte das Gelenk für 2 Tage ruhig gestellt werden. Um dies zu gewährleisten, muss für 2 Tage eine Schiene angelegt werden. Für eine weitere Woche sollte das Gelenk möglichst wenig belastet werden.
Sollten sich im Rahmen einer Tumorerkrankung schmerzhafte Skelettmetastasen gebildet haben, bietet die Schmerztherapie mit Samarium153 eine sehr gute Behandlungsmöglichkeit. Samarium153 ist ein sogenannter Beta-Strahler (wie auch die radioaktiven Stoffe, die zur Radiosynoviorthese eingesetzt werden). Das Samarium153 ist an einen Trägerstoff (Lexidronam) gebunden, der dafür sorgt, dass der radioaktive Stoff direkt an die Knochenmetastasen gelangt.
Unter Strahlenschutzbedingungen wird Samarium153 intravenös in eine Armvene injiziert. Es erfolgt schnell der Einbau in die Knochenmetastasen. Der Rest wird innerhalb von wenigen Stunden über die Nieren ausgeschieden.
Vor Durchführung der Therapie muss ein Patientengespräch durchgeführt werden, um die Indikation zu stellen. Erst danach kann das radioaktive Mittel bestellt werden, so dass die Injektion ca. 2 Wochen nach dem Patientengespräch durchgeführt wird.
Unbedingt notwendig vor Durchführung dieser Therapie ist eine Skelettszintigraphie, welche nicht älter als 3 bis 4 Monate sein darf.
Durch diese Therapie verbessert sich die Lebensqualität aufgrund der Schmerzreduktion. In der Regel beginnt die Schmerzlinderung nach ca. 1 Woche, wobei innerhalb der ersten Tage noch eine leichte Zunahme der Schmerzsymptomatik auftreten kann. Die Wirkung hält unter normalen Umständen ca. 4 bis 6 Monate an.
Gelegentlich führt die Therapie zu einem Absinken der Blutzellzahlen, so dass innerhalb der ersten 8 Wochen nach Durchführung der Therapie wöchentlich beim Hausarzt oder behandelnden Onkologen eine Blutbildkontrolle erfolgen muss.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist ein ausreichendes Blutbild, insbesondere die Blutplättchen und die weißen Blutkörperchen sollten sich noch im Normbereich befinden, bzw. nur unwesentlich reduziert sein. Frische Knochenbrüche dürfen nicht vorliegen. Zusätzlich sollte keine Frakturgefährdung im Bereich der Wirbelsäule durch die Metastasen gegeben sein.
Ziel der Therapie ist eine Schmerzreduktion; eine Reduktion der Metastasen i. S. einer Bestrahlungstherapie gilt als unwahrscheinlich.
Vor und nach Durchführung der Schmerztherapie mit Samarium153 sollte ausreichend getrunken werden, um die Ausscheidung über die Nieren zur fördern.
Innerhalb der ersten 12 Std. sollte beim Gang auf die Toilette auf ausreichende Sauberkeit geachtet werden. Die Hände müssen dabei unbedingt gewaschen werden.
Die üblichen Szintigraphien sind wie bei einer Röntgenuntersuchung mit einer nur geringen Strahlenbelastung verbunden.
Zur optimalen Reduktion der Strahlenbelastung werden im Rahmen diagnostischer Verfahren Radionuklide verwendet, die nur eine kurze physikalische Halbwertszeit besitzen und eine Gamma-Strahlung von nur niedriger Energie aufweisen. Zusätzlich werden auch Trägersubstanzen verwendet, an die die radioaktiven Stoffe gekoppelt sind, welche rasch aus dem Körper ausgeschieden werden.
Durch Anwendung modernster Untersuchungs- und Messgeräte reduziert sich die Strahlenbelastung zusätzlich, da auch schon mit sehr niedriger Strahlenintensität optimale Informationen erhalten werden.
Zum besseren Verständnis hinsichtlich der Strahlenbelastung nuklearmedizinischer Untersuchungen erfolgen nun Beispiele typischer Strahlenbelastungen durch radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungen (aus: Berichte der Strahlenschutzkommission (SSK )des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Heft 51, 2006)Bei der beispielhaften Auflistung der nuklearmedizinischen Untersuchungsmethoden wurden die effektiven Dosen angegeben, die bei Verwendung der vom Bundesamt für Strahlenschutz 2003 veröffentlichten Referenzaktivitäten berechnet wurden.
Die durchschnittliche natürliche Strahlenexposition in Deutschland beträgt ca. 2,1 mSv pro Jahr durch äußere Exposition, natürliche Strahlenquellen, Ingestion und Radonexposition in Häusern.
Zum Vergleich ein Beispiel aus dem Alltag: ein Flug von Frankfurt nach New York und zurück führt zu einer durchschnittlichen effektiven Dosis von ca. 0,1 mSv, von Frankfurt nach Gran Canaria hin und zurück ca. 0,03 mSv. Fliegen Sie von Frankfurt nach San Francisco, beläuft sich die Strahlenbelastung durch Höhenstrahlung auf 0,2 mSv.